Vergessene Schicksale
Titel des Artikels
In die Geschichte unserer Gemeinde haben sich zahlreiche Persönlichkeiten eingeprägt, eine davon war František Sovadina – Trébský…
Auf der Grundlage von Recherchen in Archiven und Schulchroniken der Einrichtungen, an denen er tätig war, möchte ich diese Persönlichkeit unserer Region als Pädagogen, Heimatforscher, Sammler von Volkssagen sowie als regionalen Autor und Schriftsteller vorstellen.
Er wurde am 30. Januar 1905 in Třebětice bei Holešov geboren. Nach seinem Abschluss an der Lehrerbildungsanstalt in Kroměříž trat er am 1. Oktober 1924 eine Stelle an der Gemeindeschule in Provodov an. Als junger angehender Lehrer war er anschließend an Schulen in Chvalčova Lhota, an der Bürgerschule in Holešov, an der allgemeinen Jungenschule in Bystřice pod Hostýnem und in Všechovice tätig. Gerade in Všechovice vertiefte sich sein Interesse am Sammeln von Folklore und am Studium der Heimatkunde der Region erheblich. Er begann, lokale Sagen systematisch zu sammeln und aufzuschreiben und seine Heimat durch Artikel in der regionalen Presse bekannt zu machen.
Von Všechovice wechselte er an die Volksschule in Nový Hrozenkov. Er war auch als Lehrer in Halenkov im Dinotice-Tal tätig.
In den Jahren 1936–1946 unterrichtete er an der Volksschule in Ratiboř und bekleidete dort gegen Ende des Zweiten Weltkriegs das Amt des Schulleiters. In dieser Funktion löste er ab dem 1. September 1944 den Schulleiter Josef Hrbáč ab, der wegen Fehlern in seiner leitenden Tätigkeit mit einer Versetzung auf eine Lehrerstelle in Hošťálková bestraft worden war. Das schwerwiegendste Fehlverhalten war nach Feststellung des Landes-Schulinspektors das nachträgliche Eintragen der Umstände des Attentats auf den Reichsprotektor Reinhard Heydrich in die Schulchronik, was damals fast als Billigung des Attentats angesehen werden konnte.
Im Gemeinderat von Ratibor bekleidete František Sovadina das Amt des Vorsitzenden der Schul- und Bibliothekskommission.
Bereits während seiner Tätigkeit als Lehrer zeigten sich bei František Sovadina nach und nach gesundheitliche Probleme. Laut den ärztlichen Berichten von Dr. Glossauer aus Hošťálková litt er an Herzrhythmusstörungen, Gelenkrheumatismus und wiederholten eitrigen Angina-Anfällen, die seinen allgemeinen Gesundheitszustand schwächten.
Im Februar 1946 wurde er in das öffentliche Krankenhaus in Kroměříž eingeliefert. Obwohl dort der Verdacht auf eine Hirnhautentzündung ausgeschlossen wurde, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand weiter. Allmählich fiel er ins Koma und verlor die Fähigkeit, zusammenhängend zu sprechen. Über seinen Gesundheitszustand informierte am 15. Februar 1946 der stellvertretende Schulleiter Josef Frydrych den Schulausschuss in Vsetín.
Trotz aller medizinischen Bemühungen gelang es František Sovadina nicht, die gesundheitliche Krise zu überwinden. Am 23. März 1946 erlag er im Alter von nur 41 Jahren seiner Krankheit. Die Beisetzung fand am 27. März 1946 um 9:30 Uhr in seinem Heimatort Třebětice statt, wo er im Familiengrab beigesetzt wurde.
Das literarische Schaffen von František Sovadina – Trébský
Während seiner Zeit in Ratiboř begann er, sich intensiv der literarischen Arbeit zu widmen und veröffentlichte seine Werke im Verlag Fr. J. Balatka in Holešov. In seiner literarischen Tätigkeit begann er, das Pseudonym Trébský zu verwenden, das offenbar auf den historischen Kontext seines Heimatortes zurückgeht. Die Gemeinde Třebětice, in der František Sovadina geboren wurde, wurde bereits im 13. Jahrhundert von einem Adligen namens Tréba gegründet. Der ursprüngliche Name der Gemeinde lautete Tréby, und die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1339. František Sovadinas enge Verbindung zur Geschichte und zur Regionalgeschichte liefert somit eine logische Erklärung für die Wahl seines literarischen Pseudonyms.
Zu seinen bekanntesten literarischen Werken zählen „Pasekářka“, „Holešovský okres“, „V pravěku“, „Životopisné črty“, „Vesnice žije“, „Z minulosti Holešovska“ sowie „Kytička pověstí z Holešovska a Bystřicka“.
Die meisten seiner literarischen Werke sind heute nicht mehr erhältlich, dennoch gelang es mir, in einem Antiquariat seinen Romanzyklus „Jediná“ zu erwerben. Auch das literarische Werk „Pasekářka“, das möglicherweise Anlehnung an unsere Gemeinde Ratiboř nimmt, ist bislang nicht erhältlich.
Das einzige leicht zugängliche Werk ist „Ein Sträußchen von Legenden aus dem Holešov- und Bystřice-Gebiet“, das 1936 in Holešov veröffentlicht und 2018 in Brünn neu aufgelegt wurde. Es handelt sich um ein Buch mit Legenden, Märchen und Sagen. Einige Titel aus dem Inhaltsverzeichnis – „Der Schatz auf der Burg Lukov“, „Über das Wappen der Bítovský aus Bítov bei Bystřice p. H.“, „Riesen in Obřany“, „Eine Erzählung über die Tataren bei Hostýn“, „Über den Ursprung des Namens Třebětice“ u. a.
Dank der Zusammenarbeit mit Frau Ludmila Stratilová aus Třebětice gelang es mir, in ihrer Bibliothek ein weiteres vergessenes Werk von F. X. Trébský zu entdecken: „V červáncích – vzpomínkové črty“ (Im Abendrot – Erinnerungsskizzen), erschienen 1931 in Uherské Hradiště.
In unserer Gemeinde wird František Sovadina – Trébský nur namentlich und ohne Pseudonym in den Jahrbüchern der örtlichen Schule sowie in der 2006 erschienenen Publikation „Ratiboř – valašská dědina“ erwähnt.
Die Stadt Holešov hat František Sovadina aufgrund seines literarischen und regionalhistorischen Schaffens zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt gezählt. Diese Tatsache zeugt von seiner außerordentlichen Bedeutung und seinem Beitrag für die Region. Sein vorzeitiger Tod bedeutete einen erheblichen Verlust nicht nur für das Bildungswesen, sondern auch für die regionalen Kultur- und Heimataktivitäten, denen er einen Großteil seines Lebens gewidmet hatte.
Stanislav Haša
hasastanislav@centrum.cz